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NNN statt NDA: So schützen Sie Ihr Produktdesign in China

19. Oktober 2026 · Bearsource


NNN statt NDA: So schützen Sie Ihr Produktdesign in China

Sie haben monatelang an Ihrem Produkt gearbeitet. Die Zeichnungen sind fertig, die Muster fast, und die Fabrik fragt nach Ihren Dateien. Genau an diesem Punkt machen sich die meisten Gründer Sorgen: Was hindert die Fabrik daran, das Produkt einfach für jemand anderen zu fertigen?

Ehrlich gesagt: Ein Stück Papier verhindert nicht alles. Aber die richtige Vereinbarung, zum richtigen Zeitpunkt unterschrieben, macht Kopien deutlich unwahrscheinlicher – und gibt Ihnen ein Werkzeug in die Hand, falls doch etwas passiert.

NNN statt NDA: So schützen Sie Ihr Produktdesign in China

Warum eine normale NDA oft nicht reicht

Die meisten greifen zuerst zur bekannten Geheimhaltungsvereinbarung (NDA). Ein naheliegender Schritt – aber bei einer Fabrik in China hat sie zwei Schwachstellen:

  • Sie regelt nur die Weitergabe. Eine NDA sagt: „Erzählen Sie es niemandem." Das größere Risiko ist aber selten, dass die Fabrik über Ihr Produkt spricht. Sondern dass sie Ihr Design selbst nutzt oder direkt an Ihre Kunden verkauft.
  • Sie ist schwer durchzusetzen. Eine NDA auf Englisch, nach deutschem oder US-Recht, lässt sich in China kaum durchsetzen. Wenn Sie handeln müssen, muss der Vertrag vor einem chinesischen Gericht funktionieren.

Was eine NNN-Vereinbarung abdeckt

NNN steht für Non-disclosure, Non-use, Non-circumvention – also Geheimhaltung, Nichtverwendung und Umgehungsverbot:

Bedeutung Was es verhindert
Geheimhaltung Ihr Design und Ihre Informationen bleiben vertraulich Weitergabe Ihrer Dateien an Dritte
Nichtverwendung Ihr Design darf nur für Ihren Auftrag genutzt werden Eigene Produktion und Verkauf durch die Fabrik
Umgehungsverbot Die Fabrik darf Sie nicht umgehen Direktverkauf an Ihre Kunden oder Zugriff auf Ihre anderen Lieferanten

Damit die NNN auch wirklich wirkt

Eine NNN nützt nur, wenn Sie sie durchsetzen können. Fachleute, die damit täglich arbeiten, raten meist zu Folgendem:

  • Auf Chinesisch verfassen. Eine englische Fassung kann daneben stehen, maßgeblich sollte aber die chinesische sein.
  • Chinesisches Recht und ein chinesisches Gericht in der Nähe der Fabrik wählen. Dort müssten Sie im Ernstfall handeln.
  • Die richtige Firma benennen. Den exakt eingetragenen Namen aus der Geschäftslizenz verwenden – nicht den Namen von der Website.
  • Eine klare Vertragsstrafe festlegen, damit Sie den Schaden nicht im Detail nachweisen müssen.
  • Vor dem Versand unterschreiben. Nicht nach dem ersten Muster, sondern bevor irgendetwas Vertrauliches Ihr Haus verlässt.

Eine seriöse Fabrik unterschreibt ohne großes Theater. Wehrt sich ein Lieferant massiv gegen eine faire NNN, sagt das viel über die künftige Zusammenarbeit.

Was Ihr Produkt zusätzlich schützt

Die NNN ist eine Schutzschicht. Diese helfen ebenfalls:

  • Marke in China anmelden. In China gilt „first to file": Wer eine Marke zuerst anmeldet, besitzt sie dort in der Regel – auch wenn Sie sie woanders schon länger nutzen. Die Anmeldung ist nicht teuer, wird aber erstaunlich oft vergessen.
  • Werkzeuge schriftlich regeln. Wenn Sie eine Form bezahlen, halten Sie schriftlich fest, dass sie Ihnen gehört.
  • Nur teilen, was nötig ist. Wer Ihr Kunststoffgehäuse fertigt, braucht nicht Ihr komplettes Schaltungsdesign.
  • Wichtige Teile aufteilen, wo es sinnvoll ist – damit keine einzelne Fabrik das ganze Produkt kennt.
  • Alles dokumentieren. Datierte E-Mails, Zeichnungen und Musterfotos helfen, falls Sie einmal nachweisen müssen, was Ihnen gehört.

Was wann zu tun ist

  1. Vor dem ersten Gespräch: Marke in China anmelden (oder den Prozess starten).
  2. Vor dem Versand von Zeichnungen oder Mustern: NNN unterschreiben.
  3. Bei der Bezahlung von Werkzeugen: Eigentum schriftlich festhalten.
  4. Während der Produktion: Informationen weiterhin nur nach Bedarf teilen.

Das Fazit

Kein Vertrag macht Kopien unmöglich. Aber eine saubere NNN – auf Chinesisch, unterschrieben, bevor Sie etwas teilen – macht aus „Hoffentlich passiert nichts" ein „Wir können handeln, wenn doch". Zusammen mit einer eingetragenen Marke deckt das die meisten Risiken ab, die Gründer am Anfang beschäftigen.

Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Für Ihren konkreten Fall sprechen Sie bitte mit einem Anwalt, der Erfahrung mit chinesischen Verträgen hat.

Wir begleiten Ihr Produkt von der Idee bis zur Lieferung. Dazu gehören auch die Dokumente, die es schützen: NNN-Vereinbarungen, Eigentum an Werkzeugen und die Auswahl von Fabriken, denen Sie vertrauen können. Sie bringen die Idee. Wir bauen das Produkt.

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